Filesharing an US-Hochschulen

Heise hat sich heute mit dem Vorstoß zweier US-Senatoren beschäftigt, der Hochschulen dazu auffordert, Alternativen zu den bislang genutzen p2p-Netzwerken anzubieten. Sicher nicht zu Unrecht vermutet man dahinter den Willen der Musikindustrie, Filesharing an Universitäten generell zu filtern:

Der Vorstoß geht auf das Konto der Abgeordneten George Miller aus Kalifornien und Ruben Hinojosa, einem Texaner. Sie haben die entsprechende Klausel in den unverfänglich klingenden Entwurf (PDF-Datei) für einen College Opportunity and Affordability Act (COAA) eingebaut, den sie am Freitag ins Abgeordnetenhaus des US-Kongresses einbrachten. Es geht dabei um eine Novelle des allgemeinen US-Gesetzes für die Universitäten in Form des Higher Education Act von 1965. Der Entwurf sieht drastische Sanktionen für den Fall vor, dass die Hochschulen das teils illegale Treiben der Studenten in Tauschbörsen weiter ohne Gegenmaßnahmen dulden. Damit würde ihnen die Streichung staatlicher Beihilfen drohen, die sich in den USA insgesamt pro Jahr auf rund 100 Milliarden US-Dollar belaufen.

Die Universität in South Carolina hat es z.B. bereits geschafft, innerhalb eines Jahres 914 Hinweise auf Urheberrechtsverletzungen zu erhalten:

Damit ist die Universität in South Carolina (USC) Spitze und sichert sich auch für die gesamten USA einen vorderen Platz. Die Leitung der Universität bespricht derzeit mögliche Änderungen an ihren Nutzungsbedingungen für das Netzwerk mit Vertretern der Musikindustrie. Diskutiert werden Aufklärungskampagnen, strengere Auflagen für das File-Sharing oder die Einführung eines legalen Tauschservice.

Die Universität von Oregon hat sich -wie ich meine- aus guten Gründen entschieden, nicht gegen die eigenen Studenten vorzugehen:

The university argues in its brief that the subpoena imposes an undue burden on the university “because it requires the University to affirmatively investigate potential copyright infringement by its users.” Particularly on a campus, where a single IP address might be shared my multiple roommates, visitors, or users of an open access point, the IP address will not uniquely identify a person. The U of O doesn’t want to go net-fishing, as the record labels do, turning over student names that might match their complaint, but says it would have to “undertake an investigation of all the individuals who were or who may have been present in the shared rooms in question at the time of the alleged acts of copyright infringement,” including interviews and forensic investigations, in order to turn over the right names. Even where the university can find the occupant of a single room, that identifies only the occupant, “not the identity of the user engaged in the alleged copyright infringement.”

Weitere Informationen:

FreeCulture@NYU “Congress Wants To Break NYUs Internet And Kill Your Financial Aid”

Free Culture Blog “Filter Your Net or Lose Funding”

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