Links für den 30.04.2008

Heise - Filesharing-Prozess: US-Richter stellt Argumentation der Musikindustrie in Frage

Wortfeld - 11d (Aus dem Entwurf des Rundfunkstaatsvertrags)

Telemedicus - Sperrungsverfügungen gegen Content-Provider grundsätzlich zulässig

homo sociologicus - Was ist eigentlich Wissenssoziologie?

Ethan Zuckerman - How to study surveillance

DEMOS (Andrea Cornwall) - Democratising Engagement

Das Kopyright

Lawrence Lessig antwortet in seinem Blog auf die “kritischen Bemühungen” der Progress and Freedom Foundation (PFF). Diese bezeichnet u.a. FreeCulture als quasi-sozialistische (Alters-)Utopie, was ich für baren Unsinn halte. Immerhin werden so aber ein paar wichtige Aspekte der Diskussion konservativen Gesprächskreisen zugeführt, die in Deutschland nicht mal in der Allgemeinheit als möglicher Gegenstand einer Diskussion gesehen werden. Denn Lessig geht davon aus, dass das libertäre Lager (dem die PFF wohl angehört) in seiner Breite, schon heute die Positionen der Rechteinhaber nicht mehr so felsenfest sehen kann, wie in der Vergangenheit.

Abgesehen davon, wenn das ganze Morgen vergessen ist, bleibt immer noch dieses schöne Bildchen Josef Lessigs von Ars Technica:

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Kanadischer Studentenverband zum Urheberrecht

Es ist ganz interessant sich mal durchzulesen, welche Positionen studentische Organisationen aus anderen Ländern zu Urheberrechtsfragen einnehmen, zumal mir keine umfassenden Initiativen aus Deutschland bekannt sind:

| The Canadian Federation of Students, representing a half million
| students from coast to coast, just released its position paper on
| copyright reform. The CFS position includes support for a more
| flexible fair dealing provision, rejection of the AUCC/CMEC
| educational exemption, calling for balanced TPM measures,
| implementation of a notice-and-notice approach, elimination of crown
| copyright, and limits on statutory damages.

via Michael Geist / Gavin Baker (FreeCulture Mailingliste)

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Offener Brief vom Internet an die Bundeskanzlerin

Als Teil des Internets und Teil der Diskussion um geistiges Eigentum muss sich auch hier ein Zitat des offenen Brief vom Internet an die Bundeskanzlerin finden.

Ein offener Brief vom Internet zum Tag des Geistigen Eigentums

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
gestern war der Tag des des geistigen Eigentums, und sie haben einen Brief von einhundert selbstlosen Kulturschaffenden erhalten, die aufgrund der unmoralischen Nutzung des Internets in Sorge sind, dass der Nachwuchs demnächst für sein Geld dauerhaft hart zu arbeiten gezwungen sein könnte und niemand mehr mit einem einzigen Supererfolg für alle Zeiten ausgesorgt haben wird.

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Das Ende des künstlerischen Absolutismus

René von Nerdcore hat den Podcast der Kanzlerin auf YouTube gestellt und konsequenterweise unter Comedy getagt. Denn niemand weiss so recht, wie sie das “Herunterladen von Computern” stoppen will:

Allerdings will ich auch nicht zu kritisch sein, da ich nicht wirklich eine andere Reaktion erwartet habe, wenn die Musikindustrie samt kleiner Künstler wie Grönemeyer, Tokyo Hotel und Udo Lindenberg vor der Tür steht. Merkel muss nicht ganz zu unrecht davon ausgehen, dass sich eine bestimmte Zahl junger (potenzieller) Wähler mit ihren Idolen in dieser Sache identifiziert, ob sie schon mal selber “runtergeladen haben” oder nicht. Schließlich wollen ja alle Superstar sein und begreifen noch nicht, dass in der digitalen Welt jeder Künstler sein kann, aber niemand “Star” a la Tokyo Hotel oder Grönemeyer.

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Soziologen T-Shirts

Endlich kann man seine inneren soziologischen Überzeugungen auch nach außen tragen. Mein Favorit ist dabei Nr. 7 Niklas Luhmann mit ”Wenn Autopoiesis, dann auch strukturelle Kopplung”.  Darüber hinaus birgt die Beschäftigung mit Luhmann auch sonst nicht übersehbares humoristisches Potential (via):

 

 

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30 Jahre Spam

Die Idee, andere Menschen in Hoffnung auf eine Reaktion vollzumüllen, ist keine genuine Idee des Computerzeitalters, jedoch ist es vielleicht interessant, an den 30. Geburtstag dieses Übels zu erinnern:

May 1978 may not seem like an important time to you, but to the multi- billion-dollar spam industry, it’s the equivalent to the beginning of time. Kurt Kleiner of NewScientistTech reminds us that it was Gary Thuerk who sent the first spam to the 393 users of ARPANET, the original version of the Internet. Either on May 2nd or 3rd (sources vary on the specific day; a Wikipedia entry says 5/2), Mr. Thuerk sent a marketing pitch for a new computer model from his employer, Digital Equipment Corporation. And then as now, people were rather annoyed by the concept of getting such an email. Yet, it apparently resulted in some sales. Thus Internet spamming was born.

Wenn man aber schon in der Vergangenheit schwelgen will, sei auch darauf hingewiesen, dass es sich bei Spam (zumindest in dieser Menge) um kein Problem handelt, dass wir nur fehlenden Strafverfolgungsmöglichkeiten zu verdanken haben:

The biggest road-hog remains spam (unsolicited e-mail), which accounts for 90% of traffic on the internet. Phone companies and other large ISPs (internet service providers) have tolerated it for years because it would cost too much to fix. Besides, eliminating spam would only benefit their customers, not themselves.

How so? Because the big fat pipes used by ISPs operate symmetrically, with equal bandwidth for upstream and downstream traffic. But end-users have traditionally downloaded megabytes of information from the web, while uploading only kilobytes of key strokes and mouse clicks. So, when spammers dump billions of pieces of e-mail onto the internet, it travels over the phone companies’ relatively empty upstream segments.

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Informationelle Kriegsführung mit Wikipedia

Es ist allgemein bekannt, dass Google Wikipedia-Artikel sponsort d.h. ihnen zu einem höheren Ranking verhilft als ihnen eigentlich beschieden wäre. So ist es auch nicht schwer sich vorzustellen, dass dieses Wissen genutzt werden kann, um anderen gezielt zu schaden oder wie Iain Munro vielleicht sagen würde, auf Formen informationeller Kriegsführung zurückzugreifen. Sehr anschaulich werden solche Vorhaben anhand des Beispiels “isra-pedia”, womit sich Seth Finkelstein auseinandersetzt.

Einer kleiner Auszug aus den Plänen der Gruppe besagt etwa folgendes:

Every time you see a Hamas person makes an outragous statements (like Jews came from apes or kill the jews) you write a small article about that peroson (google his name to find more ) and bring the quote from memri.

why doing all that ?

because google is wikipedia friend - 3 days after you created the article google the person’s name again and voila your article will be the #1 in google for that name.

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