Hack, Mash & Peer
Jerry Brito von der George Mason University kritisiert in einem Working Paper ähnlich wie Felten et al. den Datengeiz der Onlinebemühungen der Regierungen, die sich im Wesentlichen darauf beschränken das Design zu überarbeiten statt Datenmaterial in RSS und XML zur Verfügung zu stellen.
Today, however, the state of government’s online offerings is very sad indeed. Some nominally publicly available information is not online at all, and the data that is online is often not in useful formats. Government should be encouraged to release public information online in a structured, open, and searchable manner. To the extent that government does not modernize, however, we should hope that private third parties build unofficial databases and make these available in a useful form to the public.
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Raus mit den Daten
Datenbank für Parteispenden
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Tags:datenbanken, datengeiz, hacken, jerry_brito, mash, peer, regierungen, RSS, xmlDatenbank für Parteispenden
Das Projekt Politische Datenbank von Lars Burghard erfasst Parteispenden ab 20.000€ in Deutschland. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Initiativen in Großbritannien und den USA ist dabei deutlich zu erkennen:
Zu finden sind so die Millionenspenden von Michael May an die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands und die Zahlungen des umstrittenen Krebs-Arztes Matthias Rath an die Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit. Zu finden sind die BMWs, die den Parteien zur Nutzung überlassen wurden, und auch einige Hinweise darauf, wie unvollständig das Bild möglicherweise ist. Eine sehr gute Initiative!
Was in Deutschland vielleicht noch fehlt, ist einerseits das Verständis staatlicher und politischer Akteure für derartige Möglichkeiten sowie anderseits unverdächtige Stiftungen, die bereit wären für solche Initiativen Geld locker zu machen, wenn das auch in diesem Kontext etwas merkwürdig erscheinen mag.
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Tags:Initative, Parteispenden, Politische DatenbankRaus mit den Daten
Es ist für die Landesregierungen wie den Bund nicht sinnvoll mittel- und langfristig immer größere Onlineangebote aufzubauen.
Während an der Kompetenz und dem Willen der Macher kein Zweifel besteht, so vielleicht doch an den politischen Zielen, die bestimmten Plattformen verfolgen sollen. Beim Klicken durch die einzelnen Seiten, geht es mir oft ähnlich wie beim Schlendern durch Walmart. Ich fühle mich von der schieren Produktvielfalt erschlagen.
Vielleicht schaue ich mir sogar ein paar Seiten an, was ich aber ursprünglich wollte, werde ich wohl nicht finden oder über eine Suchmaschine ansteuern, womit allerdings die ursprüngliche Intention der Seite relativiert wäre.
Für mich ist klar, eine Seite die Beteiligung fördern soll, muss anders aussehen. Wobei mit “anders” in erster Linie einfacher gemeint ist. Ein Beispiel wie es gehen könnte, ist die Petitionsseite von Nr 10 Downing Street, die eine für nahezu jeden Internetnutzer verständliche Form besitzt:
“Petition erstellen” klicken - Suchen ob das eigene Anliegen schon in der Datenbank zu finden ist - Nein? - Petition erstellen
Eine andere Möglichkeit sind Seiten, die von Dritten erstellt werden mit Hilfe von frei verfügbarem Material. Beispiele dafür liefern die Projekte von MySociety.org oder der Sunlight Foundation.
Natürlich gibt es vergleichbare Ansätze auch in Deutschland, die allerdings zu sehr von geschlossen Modellen ausgehen und ihre Nutzer zu wenig einbeziehen. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Verfügbarkeit von Regierungsmaterial, da nur bei entsprechender Offenheit überhaupt die Grundvoraussetzungen für etwaige Initiativen geschaffen werden können.
Wenn eine Regierung aber - egal ob im Bund oder in den Ländern - das wirkliche Potential des Internets nutzen will, statt nur neidisch auf den US-Wahlkampf zu schauen, muss es wie Ed Felten fordert, eine kontraintuitive Strategie verfolgen und den eigenen Einfluss zurückfahren.
Nötig sind dazu, vor allem offene Infrastrukturen und die Aufgabe des eigenen Datengeizes. Denn während die Nutzer einseitig allerseits ausgequetscht werden, wird eigenes Material zu gern und häufig überflüssigerweise gehortet.
Tags:Daten, datengeiz, mysociety.org, regierungonlineGovernment on the Web 2007
Der Bericht Government on the Web gibt jährlich Auskunft über die Entwicklung öffentlicher Internetseiten sowie die sich wandelnden Einstellungen und Interessen der Nutzer im Vereinigten Königreich. Die Forschungsarbeit leistet ein Team, das sich aus Wissenschaftler des Oxford Internet Instituts und der LSE Public Policy Group zusammensetzt.
Ich begnüge mich mit den Ergebnissen der Zusammenfassung, man kann sich jedoch auf der Seite auch eine Kopie des ganzen Berichts herunterladen. Die Ergebnisse (s.u) haben mich etwas überrascht, da ich die britischen Seiten im Allgemeinen als relativ nutzerfreundlich empfunden habe, wie z.B. 10 Downing Street. Deutsche Regierungsseiten müssten demnach wohl noch schlechter abschneiden. Allerdings gibt es hierzulande keinen bekannten Bericht (wer doch einen kennt, kann gerne den Link posten).
- Government web sites tend to be text heavy and complex to understand and to navigate
- Many agencies have little information about how much online provision of services costs
- Most departments lack sufficient information about who is using their sites and how they are being used
Offener Brief vom Internet an die Bundeskanzlerin
Als Teil des Internets und Teil der Diskussion um geistiges Eigentum muss sich auch hier ein Zitat des offenen Brief vom Internet an die Bundeskanzlerin finden.
Tags:Tag hinzufügenEin offener Brief vom Internet zum Tag des Geistigen Eigentums
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
gestern war der Tag des des geistigen Eigentums, und sie haben einen Brief von einhundert selbstlosen Kulturschaffenden erhalten, die aufgrund der unmoralischen Nutzung des Internets in Sorge sind, dass der Nachwuchs demnächst für sein Geld dauerhaft hart zu arbeiten gezwungen sein könnte und niemand mehr mit einem einzigen Supererfolg für alle Zeiten ausgesorgt haben wird.
E-Government und andere Probleme
Simon Jenkins im Guardian über die E-Gov Bemühungen der Regierung Brown:
Brown’s famous “delivery tool”, e-government, is imploding in a welter of costs. A 2005 survey in the Guardian rated Britain bottom of seven western governments in using computers - everything from procurement to “scrap rates” and negotiating weakness. Whitehall’s response was to double spending on consultants by the Office of Government Commerce. Government computers are like Hal in the film 2001, with inbuilt self-aggrandisement and self-defence.
With costs on the ID card and NHS computer projects accelerating beyond the power of audit, there is no sign of improvement. In areas such as child support, doctor recruitment, defence coordination, illegal immigration and farm subsidies, not millions but billions of pounds are being wasted. Next year the senseless ContactPoint computer of all child records will go online, costing £40m a year just to operate. It is a racing certainty that this project will collapse from over-complexity and insecurity.
Besser kann man die greifbaren Schwierigkeiten und vor allem den zu befürchtenden Vertrauenslust bei der Implementierung von ursprünglich vielleicht mal guten Ideen, gar nicht zusammenfassen. Von den Fehlern der Briten sollte man lernen.
Tags:Brown, E-Government, Great Britain, GuardianFrom Electronic Government to Information Government
Neues Buch zum erweiterten Themenspektrum E-Governance, herausgegeben von Viktor Mayer-Schönberger und David Lazer:
From Electronic Government to Information Government” argues for a shift from the narrow focus of “electronic government” on technology and transactions to the broader perspective of information government - the information flows within the public sector, between the public sector and citizens, and among citizens - as a way to understand the changing nature of governing and governance in an information society.
Erhältlich bei Amazon und dem MIT Press’ Online Shop.
Keine E-Voting-Versuchskaninchen
Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kann auf E-Voting verzichten und will “als eigenständige Körperschaft” den Wahlmodus selbst bestimmen:
Tags:E-Voting, Österreich, VerfassungsrechtEs könne dabei nicht gewährleistet werden, dass jeder seine Stimme unbeobachtet und unbeeinflusst abgeben könne, so die ÖH, die sich auch auf Bedenken des Verfassungsrechtlers Heinz Mayer beruft. Dieser bezweifelt die Verfassungskonformität der elektronischen Stimmabgabe.


